Ein kalifornischer Traum – Jaguar XJS-R


Nun wer Jaguar XJS hört denkt in erster Linie einmal an ein kopflastiges Auto mit einem massiven V12 als Antrieb. Die späten bereits mit modifiziertem Heck und der AJ16-Maschine ausgelieferten XJS erfreuten sich eher in den USA einer gewissen Beliebtheit und sind bei uns höchst selten. Dass der AJ16 ein durchaus agiles und sportwagentaugliches Aggregat ist, wissen alle die es aus einem X300 kennen. Leider gab es die kompressoraufgeladene Version auch nur in der Limousine und nie im XJS, was auch mit der Entwicklung und bevorstehenden Vorstellung des XK8 (X100) begründet ist.

Jagaur XJS 4.0 Supercharger Kompressor SC

Und auch in diesem Fall hat sich Carlos aus Kalifornien von Jaguar nicht diktieren lassen, wie sein Jaguar angetrieben wird und hat Eigeninitiative ergriffen. Inspiriert vom kompressorgeladenen Aston Martin DB7 wollte auch er seinem Jaguar XJS unter die Arme greifen. Als er den XJS gekauft hat, war ihm bereits klar, dass er ihn verändern würde. Sein Ziel war es daraus ein echtes „Super-Car“ zu machen, und so ist sein 1995er XJS wohl der einzige kompressorgeladene Reihensechser in einem XJS.

Der Umbau erfolgte durch einen befreundeten Mechaniker. Während der Umbau des Aggregates wegen der modularen Jaguar-Bausweise wohl kaum auf nennenswerte Probleme gestoßen ist, musste jedoch auch das ECU, also das Motormanagement getauscht und entsprechend im Kabelbaum des Fahrzeuges verbunden werden, was wohl die eigentliche Herausforderung des Projektes war.

Nun schaufelt der Eaton Supercharger signifikant mehr Luft inden 4.0 AJ16 Motor. Der SC dreht sich 2,5 mal so schnell wie der Motor und hebt den Druck im System auf 10 PSI (0,70 bar) an, was für sattes Drehmoment im gesamten Drehzahlbereich sorgt. 323 PS bei 5.000 U/Min und 512 Nm Drehmoment bei nur 3050  U/Min sind einiges mehr als die 246 PS bei 4.700 U/Min und 390 Nm bei 4000 U/Min des original Motors. Einfach nur den Supercharger auf den Originalmotor zu schrauben, hätte wenig gebracht, da der Kompressor nach modifizierten Steuerzeiten und einer höheren Verdichtung (8,5:1 statt 10:1) verlangt. Aus diesem Grund wurde das ganze Herz eines XJ-R verpflanzt und in Manier des Herzchirurgen Christian Bernard, kann auch hier gesagt werden, dass die Operation ein voller Erfolg war. Zusätzlich wurde auch ein wassergekühlter Ladeluftkühler installiert und bei geöffneter Motorhaube weiß sofort jeder, wer her das Sagen hat: in roten Lettern prangt „XJR6 supercharged“ auf Silber lackiertem Untergrund.

Die Fahrleistungen werden vom „Hersteller“ mit 6,6 Sekunden von 0 auf 60 mph angegeben und in nur 14,9 Sekunden geht’s von 0 auf 154 km/h, was eine ganze Sekunde schneller ist als der XJS 6.0 V12. Schade, eigentlich, dass es nur bei einem Stück blieb.

Jagaur XJS 4.0 Supercharger Kompressor SC

Bildnachweis: Fotos mit freundlicher Genehmigung des Fahrzeigeigentümers verwendet.